GPS Tourenplanung Anleitung f Neueinsteiger

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(Abb.1)

30.11.2009

Eine zielgerichtete Planung zu einer Wander- oder Bergtour versetzt uns Nutzern von Outdoor GPS Geräten in die Lage, komfortabel jederzeit im Gelände orientiert zu sein.
Die Betonung liegt dabei auf komfortabel und schließt eine parallele Nutzung von Kompass und Karten auf keinen Fall aus. Im Gegenteil, trotz GPS Nutzung sollten sowohl Kompass, wie auch Karten inklusive Netzteiler (Geodreieck) immer dabei sein.

Dieser Artikel richtet sich an jene, die neu in die GPS Nutzung einsteigen und sich auf Wanderungen im Hochgebirge vorbereiten wollen und wenig Erfahrung im Umgang mit GPS Geräten und deren Anwendungsmöglichkeiten haben. Es werden Möglichkeiten dargestellt, wie eine Planung als Vorbereitung auf die bevorstehende Tour durchgeführt werden kann.

Diese Beispiel ist für Garmin GPS Handgeräte mit Vektorkarten ausgelegt.

1) Am Anfang ist der Track (Abb. 1)

Wer über ein Garmin Gerät verfügt hat auch Garmin Mapsource und topographische Karten von Garmin oder von OpenStreetMap. Andere nutzen Fugawi, TTQV oder andere vergleichbare Kartenprogramme mit gescanntem Kartenmaterial. Tracks können entweder mit diesen Programmen gezeichnet werden oder man verwendet Tracks von Internetnutzern die diese auf diversen Plattformen zu Verfügung stellen.

Hinweis:
Tracks aus dem Internet darf man nicht einfach vertrauen. Sie bieten unterschiedlichste Qualitäten. Wichtig dabei ist, dass man die Angebote im eigenen Kartenprogramm und oder mit Google Earth vorher prüft.


Der selbst gezeichnete Track:

Die aktuellen Garmin GPS Handgeräte bieten ausreichende Trackpunkteressourcen an. Bei einem Wanderer oder Bergsteiger mit einer guten Kondition, kann auch im steilen Gelände bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 3-4 km/h ausgegangen und alle 5 Meter ein Trackpunkt gesetzt werden. Andere schwören auf alle 10 Meter und empfinden das als ausreichend. Ist Geschmacksache.

Wenn der Track gezeichnet ist, besitzt er noch kein Höhenprofil. Jenes wollen wir aber erstellen, da wir wissen möchten, welche Herausforderungen, wir bei einer Tour im unbekanntem Gelände zu erwarten haben.
Dazu muß der gezeichnete Track als *.gdb abgespeichert und in eine *.gpx konvertiert werden. Diese Konvertierung ist notwendig, da wir das Höhenprofil mit der kostenlosen Software von Herrn
Dietmar Domin mit dem GPS Track Analyser (GTA) erstellen. Download googeln oder unter gps-freeware.de

Die Konvertierung erfolg mit GPSBabel. Ebenfall im Internet kostenlos erhältlich.

Hinweis:
Diese Tools werden von privaten Leuten entwickelt und sind kostenlos. Die meisten dieser Entwickler freuen sich über Spenden, da sie sehr viel Freizeit für die Programme verwenden und uns eine Erleichterung im Umgang mit unseren Geräten bieten.

Die Konvertierung mit GPSBabel ist sehr einfach. In der Eingabe Dateiformat Garmin MapSource *.gdb auswählen (Abb. 2) In der Ausgabe GPX-XML auswählen. Anwenden -fertig.

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(Abb. 2)
Im nächsten Schritt GTA (Abb. 3) und *.gpx Datei öffnen. Den Track markieren und mit rechter Maustaste die Funktion SRTM Höhendaten zuweisen klicken. Im neu geöffneten Fenster sieht man auf der linken Seite welche Höhendaten benötigt werden. Auf der rechten Seite eine Liste mit Plattformen im Internet, die diese Dateien anbieten. Entsprechende Dateien downloaden, in einem Ordner entpacken und das Verzeichnis mit den Höhendaten auswählen. Jetzt haben die Höhendateien ein Häcken. Dann auf SRTM Daten zuweisen klicken, Beenden und die Datei als *.gpx abspeichern.

Jetzt kommt wieder GPSBabel zum Einsatz, nur in umgekehrter Reihenfolge, von *.gpx zu *.gdb

Mittlerweile gibt es eine neue Version von GTA 5.01, die es ermöglicht noch genauere Höhendaten hinzufügen zu können ergz. 10.03.2010


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(Abb. 3)
Jetzt hat unsere Tour (Abb. 4) ein Höhenprofil.

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(Abb. 4)
Vektorkarten (Abb. 4) von Garmin haben wenige topographische Informationen zu bieten. Auch die Höhenlinien sind nicht unbedingt genau und haben ortsspezifische hohe Abweichungen.
Besser finde ich die OSM Karten von openmtbmap.org, da sind wesentlich mehr Informationen (diverse Tracks, mehr POI's und die Berggipfel mit Höhenangaben) enthalten und die Karten sind kostenlos

Nichts desto trotz können wir vor der Tour uns zusätzliche topographische Informationen aus diversem elektronisch verarbeiteten Kartenmaterial (Abb. 6) oder direkt aus Google Earth GE (Abb. 5) holen und unsere Tour mit zusätzlichen Wegpunkten aufpeppen.

Welche topographischen Informationen?

  • Gipfelkreuze die wir in GE auszumachen und mit dem GPS anpeilen können
  • Hütten
  • Besondere Felsformationen
  • Steinmauern usw.....
Wegpunkte auf Höhenlinien setzen und Annäherungsalarme definieren, damit der Höhenmesser nachkalibriert werden kann. Vorallem dann, wenn man den GPS Ausgleich deaktiviert hat, weil man das Wetter beobachten möchte. Ich habe ein altes Garmin Summit, welches ich als BackUP und Wetterbeobachtungsmöglichkeit mitführe.

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(Abb. 5)

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(Abb. 6)

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(Abb. 7)
Zum Schluss kann man der Tour noch ein UTM Gitternetz von uns verpassen (derzeit nur Österreich). Wichtig dabei ist, dass man nicht vergißt, das Mapsource und das GPS in UTM WGS84 einzustellen, damit auch die Positionsangaben stimmen. Wegpunkte und Tracks mit Mapsource an das Gerät senden und los gehts.

download.jpgLangfriedalmPlan.zip

In letzter Zeit werden Garmingeräte mit dem Verkaufsargument des Offroadrountings angeboten. Ich empfehle zu Beginn diese Funktion nicht zu verwenden, da es in den Karten sowohl in Garmin und OSM viele Fehler gibt und die Routingfunktionen noch nicht ausgereift sind. Wenn Sie das Gerät in irgendeinen Abgrund schickt ist es zu spät. Also für Anfänger Tracks verwenden und das Gerät gut beobachten. Wenn man einige Touren geplant hat geht dieser beschriebene Vorgang sehr schnell. Übung macht da den Meister.

weiter zum Blaa Projekt als Beispiel für Tourenplanung:
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